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Atemholen auf dem Mosel-Camino
Von dem Jakobspilgerweg, den wir
hier in mehreren Teilen vorstellen,
haben wir inzwischen die Hälfte
erreicht. Weiter geht es auf den
Spuren zahlloser Jakobspilger, die
aus spirituellen Gründen nach
Santiago de Compostela gewandert
sind – oder einfach, um sich selbst
zu finden.
Wenn Sie die ersten Teile verpasst
haben, können Sie diese im Archiv hier herunterladen!
Fortsetzung unserer großen Pilgerreise
Etliche Wege in Europa führen nach Santiago de Compostela. Einen ganz besonderen
Camino zeigen wir Ihnen in der Moselblick.
Tag 5: In der letzten Episode hatten wir Traben-Trarbach mit den Resten der monumentalen
Festung Mont Royal erreicht. Nun geht es weiter über Bernkastel-Kues nach Osann-
Monzel. Der gelben Muschel folgend gelangen wir über den Berncastelerweg an einer
besonderen Weinlage vorbei: Trarbach-Taubenhaus. Hier werden Rieslinge auf einem
Großteil der Fläche besonders umweltschonend angebaut. Hinter der großen Infotafel
gehen wir links herum und gelangen so durch den Wald auf die Hunsrückhöhen.
Dort verlief eine alte Römerstraße von Belginum in Richtung Ürzig, wie man noch
gut am Hohlweg neben dem Mosel-Camino erkennen kann.
Am Höhepunkt dieser Strecke erreichen wir auf ca. 410 m über NN einen Wanderparkplatz
mit einem schönen Rastplatz. Hier ist ein Knotenpunkt mehrerer Wanderwege.
Nahebei liegen die Graacher Schanzen, eine Befestigungsanlage aus dem
18. Jahrhundert.
Von hier aus führt der Mosel-Camino am jüdischen Friedhof vorbei zum Graacher
Tor, das um 1300 errichtet worden ist. In diesem letzten erhaltenen Stadttor Bernkastels
befindet sich heute das Heimatmuseum. Bernkastel liegt auf der rechten, Kues auf
der linken Moselseite. Bevor wir hinter Kues den Camino fortsetzen, lohnt sich ein
Rundgang durch die Stadt, deren Anfänge im Mittelalter liegen. Die vielen Villen aus der Zeit um 1900 spiegeln den Reichtum
von Kues wider. Von Kues aus führt uns
der Pilgerweg stromaufwärts die Lieser
hoch. Vor dem Hotel „Drei Könige“ gibt
es eine Treppe in die Moselanlagen, wo
wir dem Fußgängerweg folgen. Kurz vor
dem Ortsausgang liegt das Geburtshaus
des mittelalterlichen Universalgenies Nicolaus
von Cues, bekannter unter dem
Namen Cusanus. Dem Moselradweg folgend
gelangen wir nach Lieser. Hier gibt
es eine pittoreske Poststation aus dem
17. und 18. Jahrhundert. Weiter über den
Mosel-Camino passieren wir das Schloss
Lieser aus dem 19. Jahrhundert. Wir gehen
von hier über die Lieserbrücke und
gelangen an eine gewaltige Hangmauer.
Rechts davon führt ein Weg den Wald
hoch, wo man in der Weinlage „Brauneberger
Juffer“ ein herrliches Panorama
bewundern kann. Zur Rechten liegt hier
das heutige Tagesziel Monzel.
Tag 6: Das Ziel dieses Tages ist Klüsserath. Dazu starten
wir in Monzel entlang der Moselstraße und
gehen links in die Brunnenstraße.
Nach einem
kurzen Stück müssen wir wieder links gehen,
hinein in die Oberstraße. Da folgen wir der gelben
Muschel in Richtung Westen auf die Eifelhöhen.
Oben kommen wir an der Schutzhütte Minheim
vorbei, die auf einer Höhe von 431 m über NN
einen herrlichen Ausblick bis nach Wittlich bietet.
Wenn man dem Weg vor der Schutzhütte
nach rechts folgt, gelangt man bergab und auf
der Bernkasteler Straße zur spätgotischen Wallfahrtskirche
„Maria Heimsuchung“. An der Kirche
vorbei kommen wir zum Krameserberg und weiter nach
Süden am Piesporter Heiligenhäuschen vorbei. Dem „M“ für
Moselhöhenweg folgend passieren wir eine Schutzhütte mit einer
wunderbaren Aussicht auf die Mosel. Etwa anderthalb Kilometer
danach müssen wir an einer Wegzweigung nach rechts
abbiegen.
Dort erreichen wir die Waldkapelle am Hansenberg.
Hier treffen wir wieder auf den Mosel-Camino.
Von hier kommen wir bald zu den ersten Weinbergen und erreichen
schließlich Klüsserath. Dieser Ort wird 634 erstmals
urkundlich erwähnt und war lange Zeit für seine klösterlichen
Weine bekannt. Die Erstnennung der kurtrierischen Wasserburg
mit dem großen gotischen Gewölbekeller stammt aus dem Jahre
1270. Ihr Wasser wurde ursprünglich von der Mosel eingeleitet.
Im Ort selbst sind zahlreiche malerische Winzerhäuser, deren
Bausubstanz zum Teil aus dem 17. Jahrhundert stammt.
So geht‘s weiter
Zwei weitere Wandertage folgen noch, dann erreichen wir über
Schweich das Ziel unseres Mosel-Caminos: Trier.
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