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Atemholen auf dem Mosel-Camino

pilgerreise teil 3

Von dem Jakobspilgerweg, den wir hier in mehreren Teilen vorstellen, haben wir inzwischen die Hälfte erreicht. Weiter geht es auf den Spuren zahlloser Jakobspilger, die aus spirituellen Gründen nach Santiago de Compostela gewandert sind – oder einfach, um sich selbst zu finden. Wenn Sie die ersten Teile verpasst haben, können Sie diese im Archiv hier herunterladen!

Fortsetzung unserer großen Pilgerreise

Etliche Wege in Europa führen nach Santiago de Compostela. Einen ganz besonderen Camino zeigen wir Ihnen in der Moselblick.

Tag 5: In der letzten Episode hatten wir Traben-Trarbach mit den Resten der monumentalen Festung Mont Royal erreicht. Nun geht es weiter über Bernkastel-Kues nach Osann- Monzel. Der gelben Muschel folgend gelangen wir über den Berncastelerweg an einer besonderen Weinlage vorbei: Trarbach-Taubenhaus. Hier werden Rieslinge auf einem Großteil der Fläche besonders umweltschonend angebaut. Hinter der großen Infotafel gehen wir links herum und gelangen so durch den Wald auf die Hunsrückhöhen. Dort verlief eine alte Römerstraße von Belginum in Richtung Ürzig, wie man noch gut am Hohlweg neben dem Mosel-Camino erkennen kann.

Am Höhepunkt dieser Strecke erreichen wir auf ca. 410 m über NN einen Wanderparkplatz mit einem schönen Rastplatz. Hier ist ein Knotenpunkt mehrerer Wanderwege. Nahebei liegen die Graacher Schanzen, eine Befestigungsanlage aus dem 18. Jahrhundert.

Von hier aus führt der Mosel-Camino am jüdischen Friedhof vorbei zum Graacher Tor, das um 1300 errichtet worden ist. In diesem letzten erhaltenen Stadttor Bernkastels befindet sich heute das Heimatmuseum. Bernkastel liegt auf der rechten, Kues auf der linken Moselseite. Bevor wir hinter Kues den Camino fortsetzen, lohnt sich ein Rundgang durch die Stadt, deren Anfänge im Mittelalter liegen. Die vielen Villen aus der Zeit um 1900 spiegeln den Reichtum von Kues wider. Von Kues aus führt uns der Pilgerweg stromaufwärts die Lieser hoch. Vor dem Hotel „Drei Könige“ gibt es eine Treppe in die Moselanlagen, wo wir dem Fußgängerweg folgen. Kurz vor dem Ortsausgang liegt das Geburtshaus des mittelalterlichen Universalgenies Nicolaus von Cues, bekannter unter dem Namen Cusanus. Dem Moselradweg folgend gelangen wir nach Lieser. Hier gibt es eine pittoreske Poststation aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Weiter über den Mosel-Camino passieren wir das Schloss Lieser aus dem 19. Jahrhundert. Wir gehen von hier über die Lieserbrücke und gelangen an eine gewaltige Hangmauer. Rechts davon führt ein Weg den Wald hoch, wo man in der Weinlage „Brauneberger Juffer“ ein herrliches Panorama bewundern kann. Zur Rechten liegt hier das heutige Tagesziel Monzel.

Tag 6: Das Ziel dieses Tages ist Klüsserath. Dazu starten wir in Monzel entlang der Moselstraße und gehen links in die Brunnenstraße. Nach einem kurzen Stück müssen wir wieder links gehen, hinein in die Oberstraße. Da folgen wir der gelben Muschel in Richtung Westen auf die Eifelhöhen. Oben kommen wir an der Schutzhütte Minheim vorbei, die auf einer Höhe von 431 m über NN einen herrlichen Ausblick bis nach Wittlich bietet. Wenn man dem Weg vor der Schutzhütte nach rechts folgt, gelangt man bergab und auf der Bernkasteler Straße zur spätgotischen Wallfahrtskirche „Maria Heimsuchung“. An der Kirche vorbei kommen wir zum Krameserberg und weiter nach Süden am Piesporter Heiligenhäuschen vorbei. Dem „M“ für Moselhöhenweg folgend passieren wir eine Schutzhütte mit einer wunderbaren Aussicht auf die Mosel. Etwa anderthalb Kilometer danach müssen wir an einer Wegzweigung nach rechts abbiegen. Dort erreichen wir die Waldkapelle am Hansenberg. Hier treffen wir wieder auf den Mosel-Camino.

Von hier kommen wir bald zu den ersten Weinbergen und erreichen schließlich Klüsserath. Dieser Ort wird 634 erstmals urkundlich erwähnt und war lange Zeit für seine klösterlichen Weine bekannt. Die Erstnennung der kurtrierischen Wasserburg mit dem großen gotischen Gewölbekeller stammt aus dem Jahre 1270. Ihr Wasser wurde ursprünglich von der Mosel eingeleitet. Im Ort selbst sind zahlreiche malerische Winzerhäuser, deren Bausubstanz zum Teil aus dem 17. Jahrhundert stammt.

So geht‘s weiter

Zwei weitere Wandertage folgen noch, dann erreichen wir über Schweich das Ziel unseres Mosel-Caminos: Trier.

 

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